Zürcher Velonummer 1515
Die frühe Bauweise erinnert eher an eine mechanisch zusammengesetzte Nummerntafel als an ein späteres geprägtes Kontrollschild.
Zürich führte bereits in den 1890er-Jahren nummerierte Fahrradschilder ein. Materialien, Formen und Farben wechselten mehrfach, bis 1933 einheitliche Erkennungszeichen und später ein schweizweit standardisiertes Versicherungsmodell entstanden.

Die gezeigten Originale machen den Übergang von lokal produzierten Nummerntafeln zu schweizweit geregelten Erkennungs- und Versicherungszeichen sichtbar.
Die Nummer war aus Aluminium ausgestanzt. Eine dunkle Mittelschicht mit Eisenblecheinlage gab Kontrast und Stabilität; Nieten hielten die mehrschichtige Konstruktion zusammen. Ein Kantonswappen gab es noch nicht. Das Schild wurde vorne am Fahrrad befestigt und war von beiden Seiten lesbar.
Die frühe Bauweise erinnert eher an eine mechanisch zusammengesetzte Nummerntafel als an ein späteres geprägtes Kontrollschild.
Die zweite Generation blieb mehrschichtig und genietet, erhielt jedoch eine kräftigere Eisenblechverstärkung. Neu kam ein emailliertes Zürcher Kantonswappen hinzu.
Das Schild verbindet die ausgestanzte Nummer mit einem emaillierten Wappen. Die Kennzeichnung «Z» verweist zusätzlich auf den Kanton Zürich.
Bombierte Eisenblechschilder aus der Metallwarenfabrik Zug waren formstabil und in der Herstellung günstiger als die älteren Mehrschichttafeln. Rechteckige, ovale und herzförmige Varianten halfen, die Jahrgänge voneinander zu unterscheiden.
Eine kompakte, abgerundete Form mit diagonal geteilten Zürcher Farben. Die Nummer dominiert, während das Jahr beziehungsweise die Form die Gültigkeit erkennbar machte.
Die schildförmige Variante zeigt, wie stark die äussere Form als zusätzliches Erkennungsmerkmal genutzt wurde.
Der olivgrüne Hintergrund und die abweichende Wappendarstellung lassen sich keiner regulären Serie eindeutig zuordnen. Nach heutigem Wissensstand ist nur dieses Exemplar in dieser Ausführung bekannt.
Wiederkehrende Formen ermöglichten die missbräuchliche Weiterverwendung älterer Schilder. Zusätzliche Formen und ein schwarzer Hintergrund erschwerten diesen Missbrauch.
1924 endete in Zürich die Phase der emaillierten Velonummern. Aluminium setzte sich als Material der nächsten Generation durch.
Die erhaltenen Muster zeigen, dass Form, Wappenposition, Schrift und Farbgebung vor der Serienproduktion erprobt wurden. Sie dokumentieren den Übergang von Emaille zu geprägtem Aluminium besonders anschaulich.
Ein hell lackierter Aluminium-Prototyp mit roter Prägung und ausgeschriebenem Kantonsnamen.
Ein runder Aluminium-Prototyp mit geprägtem Zürcher Wappen und schwarzer Nummer.
Geprägte Aluminiumschilder lösten die Emaille-Ausführungen ab. Der ausgeschriebene Kantonsname und die Jahreszahl waren direkt in das Schild integriert.
Das 1925 geprägte Kontrollschild steht für die neue, leichtere und rationeller herstellbare Aluminiumgeneration.
Mit der neuen Bundesregelung wurden 1933 einheitliche Erkennungszeichen für Fahrräder eingeführt. Im Alltag blieb die Bezeichnung «Velonummer» gebräuchlich.
Jahr und Kanton sind deutlich ausgeschrieben. Die grosse Jahreszahl macht die zeitlich beschränkte Gültigkeit sofort sichtbar.
1952 führte auch der Kanton Zürich reflektierende Velonummern ein. Das schmale Hochformat verbesserte die Sichtbarkeit und leitete gestalterisch zur späteren schweizweiten Norm über.
Die blaue Beschriftung auf reflektierendem Aluminium steht für den Zürcher Jahrgang 1952.
Das Strassenverkehrsgesetz von 1959 schuf die Grundlage für eine schweizweit einheitliche Gestaltung. Kantonskürzel, Jahrgang und Versicherungsnummer folgten nun einem gemeinsamen Aufbau.
Die rote Grundfarbe kennzeichnet den Jahrgang. Die dauerhaft eingeprägte Versicherungsnummer befindet sich am unteren Rand.
Ab 1989 wurden die Versicherungsangaben auf einer jährlich erneuerten Kunststoffvignette angebracht. Das rote Aluminiumschild blieb am Fahrrad, nur die Vignette wurde ersetzt. Ende 2011 wurden die obligatorische Velo-Haftpflichtversicherung und damit die Velonummer abgeschafft.
Die Vignette kombiniert Kantonskürzel, Versicherungsnummer und Gültigkeitsjahr auf einem wiederverwendbaren Trägerschild.
Die IGSK freut sich über Bilder, Herkunftsangaben und Hinweise zu Herstellern oder Varianten.