Zürich 500
Zürich stand am Anfang der Konkordatsreihenfolge und erhielt den Nummernbereich 1 bis 1000. Bis 1933 trugen auch die vorderen Kontrollschilder die Wappen.
Die Originale aus der Installation «Schilderwald» zeigen zentrale Entwicklungsschritte der Schweizer Kontrollschilder. Im Mittelpunkt steht der Kanton Zürich; Schilder aus Bern und Graubünden ordnen die Zürcher Geschichte in den nationalen Zusammenhang ein.

Die Zeitangaben beziehen sich auf die Herstellung oder Verwendung der gezeigten Originale. Einzelne Änderungen wurden von den Kantonen nicht immer gleichzeitig umgesetzt.
1904 wurden die Nummern 1 bis 9999 gemäss der Konkordatsreihenfolge auf die Kantone verteilt. Jeder Kanton verfügte damit nur über einen begrenzten Nummernbereich. Mit der schnell wachsenden Motorisierung mussten zusätzliche Buchstaben eingeführt werden.
Zürich stand am Anfang der Konkordatsreihenfolge und erhielt den Nummernbereich 1 bis 1000. Bis 1933 trugen auch die vorderen Kontrollschilder die Wappen.
Bern erhielt als zweiter Kanton den Nummernbereich 1001 bis 2200. Weil die Motorisierung rasch zunahm, wurden Nummern ab 1911 teilweise mit einem Buchstaben ergänzt; Bern war 1919 beim Buchstaben D angelangt.
Der Wechsel von Schwarz zu Weiss erhöhte die Lesbarkeit deutlich. Zürich gehörte zu den Kantonen, welche diese Gestaltung in den 1920er-Jahren einführten.
Ab der Nummer 101 K wechselte der Kanton Zürich 1926 auf einen weissen Hintergrund. ZH 280 K gehört damit zu den frühen Schweizer Kontrollschildern dieser besser lesbaren Ausführung.
1927 waren im Kanton Zürich bereits rund 4400 Automobile registriert. In den 1920er-Jahren setzte sich der weisse Hintergrund zunehmend durch, weil schwarze Zeichen darauf besser erkennbar waren.
Immer mehr Fahrzeuge, kantonal begrenzte Nummernreihen und unterschiedliche Ergänzungsbuchstaben machten eine neue, schweizweit tragfähige Lösung erforderlich.
1932 entstand erstmals eine gesamtschweizerische gesetzliche Grundlage für den Strassenverkehr. Damit rückte auch ein einheitlicheres Kontrollschildsystem in greifbare Nähe.
Zu Beginn der 1930er-Jahre stiess das System von 1904 wegen der stark wachsenden Fahrzeugzahlen an seine Grenzen. Ein grundlegender Systemwechsel wurde notwendig.
Im Kanton Graubünden war das Autofahren von 1900 bis 1925 verboten. Nach mehreren Volksabstimmungen und auf Drängen des Tourismus wurde das Verbot aufgehoben. Als achtzehnter Kanton der Konkordatsreihenfolge erhielt Graubünden den Nummernbereich 5801 bis 6000.
Das Quadrat-Kontrollschild zeigt noch das ältere Bündner Wappen. Mit dem schweizweiten Systemwechsel von 1933 änderten sich sowohl das Kontrollschildsystem als auch die Darstellung des Kantonswappens.
Auf Grundlage des Bundesgesetzes von 1932 erhielten alle Kantone zweibuchstabige Kürzel. Dadurch konnte jeder Kanton wieder bei tiefen Nummern beginnen. 1933 wurden die bisherigen Schilder ausgetauscht; Format, Wappen und Schrift wurden neu gestaltet.
Das frühe Zürcher Hochformat orientierte sich an den quadratischen Schildern der Konkordatszeit. Es gehört zur ersten Generation des neuen schweizerischen Systems.
Das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum nach dem Zweiten Weltkrieg liess den Fahrzeugbestand stark steigen. Zürich benötigte in den 1950er-Jahren als erster Kanton sechsstellige Kontrollschilder. Das Hochformat wurde niedriger, die Ziffern mussten kleiner werden.
Das Schild dokumentiert den Übergang zur sechsstelligen Nummer. Die veränderten Karosserieformen und der zusätzliche Platzbedarf führten zu kompakteren Proportionen.
Auf hinteren Langformat-Schildern wurden die Wappen 1957 vorübergehend weggelassen. Die Änderung stiess auf Widerstand. 1959 kehrten die Wappen zurück – in einer kleineren Form, damit sie neben sechsstelligen Nummern Platz fanden.
Das nur 1959 geprägte Langformat steht für die Rückkehr von Schweizer- und Kantonswappen. Seine langgezogene Form macht den knappen Platz besonders sichtbar.
Die neue Ziffernschrift wurde ab 1957 zunächst in der Westschweiz verwendet und ab 1960 auch im Kanton Zürich eingeführt. Sie prägte das Erscheinungsbild der Zürcher Kontrollschilder bis 1972.
Die klarere, kompaktere Schrift und die angepassten Wappen zeigen die gestalterische Weiterentwicklung des Hochformats.
1973 wurde das Strassenverkehrsamt Zürich-Albisgütli eröffnet. Die neue Lagerung und Ausgabe der Schilder begünstigte eine Vereinheitlichung. Das Zürcher Hochformat wurde um vier Zentimeter niedriger und einen Zentimeter schmaler – die Grundform ist bis heute gebräuchlich.
Da das ursprünglich vorgesehene Ausstellungsbild auf der bisherigen Webseite fehlte, kennzeichnet diese neutrale Illustration den Entwicklungsschritt, ohne ein historisches Original vorzutäuschen.
Korrekturen und ergänzende Informationen helfen, das Archiv langfristig zu verbessern.